Die Orgel

Orgel der Gemeinde Schwerin Bäckerstraße 7

Die Orgel der Neuapostolischen Kirche in Schwerin/Meckl. wurde im Jahre 1958 als opus 1718 von der Firma Wilhelm Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) erbaut. Bereits zweimal wurde sie mit weiteren Stimmen (1962, 1976) erweitert.

Nach der Modernisierung des Kirchengebäudes wurde im Jahr 1998 die Orgel von der Ahlborn Orgel GmbH Heimerdingen/b. Stuttgart und der Orgelbaufirma Wilhelm Sauer, Frankfurt/Oder, zu einer „Kombinationsorgel“ umgebaut. Das Wort sagt es schon, es ist eine Kombination aus einer Pfeifenorgel und einer digitalen Orgel (Ahlborn Typ Hymnus III).

Doch warum entscheidet man sich für so ein Instrument? Die vorhandene Sauerorgel allein wurde dem klanglichen Anspruch nicht mehr gerecht. Des Weiteren war der in die Jahre gekommene Originalspieltisch störanfällig, die Disposition galt inzwischen als schlecht aufgestellt. So wurde dann die jetzige Pfeifenorgel mit zusätzlichen Stimmen (Register) erweitert. Ein dezentes Spiel -vorwiegend vorm Gottesdienst und zum Abendmahl der Amtsbrüder- ist nun möglich, da die Elektronikregister pro Werk in der Lautstärke anpassbar sind.

Das Resultat ist ein sehr leistungsfähiges Instrument. Sowohl Register- als auch Spieltraktur sind elektrisch-pneumatisch ausgeführt. Damit ist das Spielgefühl leider nicht ganz so gut wie auf einer Orgel mit mechanischer Spieltraktur. Eine leichte Zeitverzögerung spürt man nur am Anfang. Das Spiel ist deswegen ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Die elektronischen Register werden durch vier Tonabstrahler (Lautsprecher) im Orgelraum stehend abgeben. Zwei Abstrahler -links untergebracht- übernehmen die Register des Hauptwerks (I. Manual) und zwei -rechts untergebracht- die für das Schwellwerk (II. Manual). Die Töne des Pedals geben alle vier gleichmäßig ab. 

Die Lautsprecher an der Orgel wurden alle auf lautlos gestellt.

 

Kurze techn. Beschreibung des Originals:                                                       

    Erbauer der Orgel:   Fa. W. Sauer, Frankfurt(Oder)

    Baujahr:   1958 (opus 1718)

    Ladensystem:   Kegelladen

    Aufteilung der Laden:

          alle Werke jeweils aufgeteilt in C- und Cis-Lade

    Traktursystem:

          elektrische Tontraktur, elektrische Registertraktur

    Registerzahl:   11 Register (davon 3 stillgelegt)

    Anzahl der Werke:   II Manuale/Pedal

Das Pedal ist in eine C- und eine Cis-Lade geteilt,

d.h. auf der linken Seite stehen die Pfeifen C, D, E,

... und auf der rechten Seite die Pfeifen Cis, Dis, ...

Die Kunst des Orgelspiels zeigt sich nicht an den Tasten, sondern an den Registern.

Disposition der kombinierten Orgel mit neuem Spieltisch

 

Pedal C-f                      I. Manual  C-cꞌꞌꞌꞌ     II. Manual  C-cꞌꞌꞌꞌ  

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1  Prinzipalbass 16'  |  11 Bordun 16'        |  21 Gedackt* 8'  

2  Subbass* 16'        |  12 Prinzipal 8'        |  22 Salizional*[1] 8'

3  Zartbass  8'          |  13 Gemshorn*  8'   |  23 Vox celeste  8'           

4  Oktavbass  8'       |  14 Rohrflöte  8'      |  24 Prinzipal  4'           

5  Gedacktbass  4'   |  15 Oktave*   4'       |   25 Rohrflöte*  4'  

6  Choralbass 4'       |  16 Spitzflöte  4'      |  26 Nasat 2²/3'

7  Fagott  16'            |   17 Superoktave 2' |  27 Schwiegel  2' 

8  Regal 4'                |   18 Mixtur* 4f          |  28 Terzflöte 13/5'

9  Koppel   I/P          |   19 Trompete  8'     |  29 Scharff  3f

10 Koppel  II/P         |   20 Koppel  II/I        |  30 Oboe 8'

                                                                     | 31 Tremulant

Die mit "*" bezeichneten Reg.-Namen sind Pfeifenregister. Bei diesen ist der Tonumfang auf beiden Manualen nur bis gꞌꞌꞌ spielbar.

Weitere Spielhilfen:

  • Normalkoppeln (siehe  9, 10 und 20)
  • Fußschweller für II. Manual (nur für Elektronik),
  • Schieberegler für Lautstärkeregelung beim Pedal und Hauptwerk (nur für Elektronik)
  • Crescendo-Walze (Stufe 1 – 8 über alle Register programmierbar)
  • 10 freie Kombinationen (2x 5 Plätze)

 

Dem aufmerksamen Leser ist sicher aufgefallen, dass drei Register aus der Originalorgel bei der Kombinationsorgel fehlen. Sie sind noch voll funktionstüchtig, aber keiner Registerwippe zugeordnet und somit zzt. abgeklemmt.

Die im Jahr 1976 nachgerüsteten Stimmen (Prinzipal 2'‚ und Largiot 2-fach sowie und der Tremulant) sind seit dem Umbau zur Kombinationsorgel stillgelegt.

Weitere Ausführungen sind demnächst der großen Orgelbeschreibung zu entnehmen.

[1] Einbau 1961/1962