Impulsvortrag des Apostels
Apostel Ralf Vicariesmann ging nach der Begrüßung in seinem Impulsvortrag auf das Suchen der Verbindung untereinander und zum Apostelamt ein. Verbindung in jede Gemeinde zu suchen und auch zu spüren, ist ihm insbesondere vor jedem Gottesdienst ein herzliches Anliegen, so der Apostel. Vor neuen Aufgaben oder einer Ordination suche man oft nach einer besonderen Verbindung und nach einem Zeichen. Vor seiner Ordination zum Apostel wurde er auf ein Bibelzitat, das zu seinem persönlichen Arbeitsmotto wurde, besonders aufmerksam. Bei einem Besuch in Havelberg (Sachsen-Anhalt) fiel ihm die Inschrift über dem Portal des Doms St. Marien auf: „Alles und in allen Christus“ (Kolosser 3, aus 11).
Als Ausdruck seiner Verbundenheit und als Erinnerung an die spürbare Nähe zum Apostel überreichte er allen Anwesenden ein von ihm selbst gestaltetes Bibel-Lesezeichen.
Theologischer Vortrag
Evangelist Matthias Armgardt aus der Gemeinde Lüneburg stellte in seinem theologischen Vortrag die Lehre vom kommenden Friedensreich in der Kirchengeschichte vor. Anhand außerbiblischer Quellen zeigte er, dass der Glaube an das tausendjährige Friedensreich in den ersten zwei Jahrhunderten des Christentums unbestritten vertreten wurde. Ab dem dritten Jahrhundert wurde diese Auffassung in Frage gestellt und allmählich aufgegeben. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Lehre vom Friedensreich erstmals durch die Katholisch-apostolische Kirche wieder als kirchliche Lehre vertreten.
In seinem Fazit unterstrich Evangelist Armgardt den Auftrag für alle neuapostolischen Christen, diesen urchristlichen Glauben zu bezeugen und bekannt zu machen.
Vortrag "Gemeindeentwicklung"
Priester Marc-André Lang (Verwaltungsleiter der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland) stellte in seinem Vortrag „Gemeindeentwicklung“ eine Pastoralstrategie vor – ein Konzept zur systematischen und regelmäßigen Reflexion und Weiterentwicklung der seelsorgerischen Begleitung sowie Förderung der Gemeindebeteiligung.
Gesprächsrunden und Workshop
In zwei parallel stattfindenden Gesprächsrunden standen der Umgang mit der Rolle als Partner eines leitenden Geistlichen (Moderation: Lucia Ballosch, Gemeinde Hildesheim) und die Herausforderungen durch weniger Ressourcen in den Gemeinden (Leitung: Priester Thomas Klimmek, Kirchenbezirk Göttingen) im Mittelpunkt.
Themen-Marktplatz
Parallel zu den Gesprächsrunden konnten die Teilnehmenden mit Fachberaterinnen und Fachberater des Apostelbereichs zu individuellen Anliegen und Themen über Ökumene (Bezirksevangelist Thomas Sperling), Kinder und Unterrichte (Priesterin Anja Zorn und Diakonin Heimke Eggers Richter), Trauerbegleitung (Brit Gardemeier), Gemeindeentwicklung (Priester Marc-André Lang) sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (Diakonin Anja Klimmek-Ziligen) miteinander ins Gespräch kommen.
Andacht
Eine Andacht im Abendlicht unter der Leitung von Lucia und Hirte Dirk Ballosch (Text) sowie Bezirksältester Jörg Richter (Klavier) gab mit stimmungsvollen, passenden Bildern den ermutigenden Impuls, sich persönlich Zeiten der Stille und zum Innezuhalten zu nehmen.
Gottesdienst am Sonntag
Apostel Vicariesmann wählte für den Gottesdienst das Bibelwort 1. Petrus 4, aus 11:
„Wenn jemand redet, rede er’s als Gottes Wort; wenn jemand dient, tue er’s aus der Kraft, die Gott gewährt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus.“
Die Geschichte des Propheten Elisa zeigt: Auch wenn Bedrohungen und Herausforderungen erschrecken, hat der Heilsplan Gottes Bestand. Dieses Bild übertrug der Apostel in die heutige Zeit: Wie Elisa seinem Diener von Gott die Augen öffnen ließ, so kann Gott auch heute helfen, seine stärkende und schützende Gegenwart wahrzunehmen.
Ob im Gottesdienst, in der Wortverkündigung oder bei einem stillen Krankenbesuch: Gott wirkt, selbst wenn passende Worte fehlen oder ungeschickt wirken. Die geschenkte Zeit und liebevolle Nähe können für jeden Suchenden zum Zeichen göttlicher Gegenwart werden. „Nicht unsere eigene Leistung lässt das schon vorhandene Feuer des Glaubens heller erstrahlen: Gott selbst schenkt die Kraft, durch die Christus, unser Vorbild, in uns für andere sichtbar wird“, führte der Apostel aus. Daran anschließend ging er auf den Impuls aus der Andacht vom Vortag ein, auch innezuhalten, die Stille zu suchen und dabei die Verbindung zu Gott zu pflegen. Aus dieser Quelle fließt neue Kraft für die Gemeinde, die Familie und den Beruf. Jede Gabe und jeder Dienst – wie unterschiedlich sie auch sein mögen – trage dazu bei, dass Gott gepriesen werde. Eine Gemeinde gleiche einer bunten Blumenwiese, wählte der Apostel gern das Bild von Stammapostel Helge Mutschler und ging auf die Vielfalt ein, die Gott schenkt. „Danke, dass es dich gibt“, schloss der Apostel.
Mit Blick auf die Feier des Heiligen Abendmahls riet der Apostel, Fehler nicht aufzuzeigen und sie für alle sichtbar freizuräumen, sondern diese mit Liebe zu bedecken. Liebe mache Schuld nicht ungeschehen und ersetze nicht die Vergebung durch Christus. Sie könne aber helfen, den Nächsten trotz seiner Fehler liebevoll anzunehmen, so der Apostel.
Zu weiteren Predigtbeiträgen wurden die Bezirksvorsteher Priester Thomas Klimmek (Kirchenbezirk Göttingen) sowie Bezirksältester Andreas Filler (Kirchenbezirk Hannover-Nordost) gebeten.
Der große Chor, bestehend aus den Teilnehmenden des Wochenendes, gestaltete unter der Leitung von Bezirksältester Jörg Richter (Gemeinde Pattensen, Kirchenbezirk Hannover-Südwest) einfühlsam den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes, der durch eine Lesung mit Klavierbegleitung eingeleitet wurde.
Mit einem gemeinsamen Mittagsimbiss endete der Vorstehertag für den Apostelbereich Mitte-Nord – der nächste wurde von Apostel Vicariesmann für 2028 angekündigt.
Neuapostolische Kirche